Unsere Reise geht in die nordwestlichen Herzlande
der Habsburger: nach Galizien, nach Schlesien
und nach Böhmen. Ungeachtet ihrer Verschiedenheit
bewohnten hier die Völker Mitteleuropas
ein gemeinsames Haus – vor der großen
Zivilisationstragödie.
Ob es das Europa, wie es heute ist, geben würde
ohne den Aufstand der Polen unter Führung
der Solidarnosc, dürfen wir nach Lage der
Dinge bezweifeln. Krakau war eines dieser Zentren
der Wiedergeburt bürgerlichen Lebens in
Polen. Staunen erregend ist die Kraft, mit der
es zurückkehrte – ein Hinweis darauf,
dass es nie wirklich weg war. Gleich nebenan
aber ist Auschwitz.
Breslau, die Schöne, ist wiedererstanden
aus den Trümmern des Krieges. Es waren
aus Lemberg (Ukraine) vertriebene Polen, die
sich des deutschen Erbes liebevoll angenommen
haben. So ist Breslau wieder eine wahrhaft europäische
Stadt geworden mit Verbindungen jenseits der
EU-Grenzen.
Unweit von Breslau liegt Kreisau, das wir
auf immer mit dem Mut des Widerstandes um Helmuth
James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von
Wartenburg verbinden.
Prag: Im Herbst vor genau 20 Jahren standen
Tausende ostdeutscher Flüchtlinge im Park
der Deutschen Botschaft und warteten auf das
erlösende Wort von Hans-Dietrich Genscher.
Danach gab es für die ostdeutsche Diktatur
kein Zurück mehr: In wenigen Wochen wurde
sie hinweggefegt.
Heute gehören Polen und Tschechien zusammen
mit Deutschland zur EU. Die Nachbarschaft ist
schwierig: Es wird gestritten über Flucht
und Vertreibung, über Raub und Rückgabe
von Kulturgütern. Es ist ein Symptom für
tief gehende Irritationen, die aufzulösen
eine politische Aufgabe ersten Ranges ist, wenn
die Europäische Union mehr sein will als
ein Staatenbündnis.
Unsere Reise gilt also auch dem Versuch, die
Spuren der Geschichte zu sichten und ein Verständnis
für politisch mögliche Lösungen
aus den Verwicklungen zu gewinnen. Zugleich
aber wollen wir uns von dem überwältigenden
kulturellen Reichtum in der Mitte Europas beeindrucken
lassen, der ein Erbe für eine gemeinsame
Zukunft ist.
An allen Orten unserer Reise werden wir Gespräche
mit Verantwortlichen, einflussreichen Personen
und einfachen Leuten führen. Die Teilnahme
an Konzerten ist fakultativ, aber kostenpflichtig.
Seminarleitung:
Werner
Brockjan, Berlin
Teilnehmerbeitrag: 800
EUR (zzgl. 225 EUR Einzelzimmerzuschlag)
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