Europa ist trotz aller aktuellen Probleme für
Unternehmer in der EU nicht mehr wegzudenken.
Zur wirtschaftlichen Rationalität eines
Unternehmers gehört der Blick über
die Grenzen und die Nutzung der großen
Vorteile des Binnenmarktes.
Mit der Schaffung des Europäischen Binnenmarktes
wurde der freie Waren- und Dienstleistungsverkehr
maßgeblich vereinfacht; die Europäischen
Wettbewerbsgesetze regeln länderübergreifende
Vorhaben und die gemeinsame Währung, der
Euro, hat das Wechselkursrisiko zwischen vielen
europäischen Ländern beseitigt. Insofern
stehen die Führungskräfte aus der
Wirtschaft auch den aktuellen Rettungsaktionen
dem Grunde nach positiv gegenüber.
Allerdings sind die Lösungsvorschläge,
die über den bisher erreichten Konsens
hinausgehen, sehr vielfältig:
Eine drastische Ausweitung des Euro-Rettungsfonds,
die Möglichkeit von Eurobonds, ein Schuldenschnitt
und die Reformierung der EU-Verträge sollen
hier exemplarische genannt werden.
Die Unsicherheit der Unternehmen ist daher
mittlerweile sehr groß. Viele fragen sich,
welche Auswirkungen jeweils zu erwarten sind
und ob es nicht
letztlich sie sind, die einen beachtlichen Teil
der Schuldenlast tragen werden. Um diesen vielfältigen
Meinungen und Vorschlägen auf den Grund
zu gehen, haben die Villa Lessing und das Europa-Institut,
Sektion Wirtschaftswissenschaften, der Universität
des Saarlandes ein äußerst
fachkundiges Podium gewonnen.
Prof. Dr. Ansgar Belke wird die gestellte
Thematik aus der Wissenschaft heraus betrachten.
Neben seiner Tätigkeit als Gastprofessor
im MBA-Programm des Europa-Instituts
der Universität des Saarlandes und
Inhaber des Lehrstuhls
für Makroökonomie an der Universität
Duisburg-Essen ist Prof. Dr. Belke Forschungsdirektor
„Internationale Makroökonomie“
am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
(DIW), Berlin und Mitglied des „Monetary
Experts Panels“ des Europäischen
Parlaments, des Wissenschaftlichen Beirats des
IAW, Tübingen, des Vorstands des Arbeitskreises
Europäische Integration (AEI) und des Wissenschaftlichen
Direktoriums des „Instituts für Europäische
Politik“
(IEP). Er ist auch Research Fellow am IZA, Bonn,
und am Centre for European Policy Studies (CEPS),
Brüssel, Mitglied der professionalen Zentralbank-Beobachtergruppe
„ECB Observer“ und externer Berater
der Europäischen Kommission (DG ECFIN),
Brüssel.
Um die politischen Dimensionen der Schuldenkriese
für den Wirtschaftsstandort Saarland zu
beleuchten, sind wir auf die Sichtweisen des
Landesvorsitzenden der FDP Saar und Bundestagsabgeordneten
Oliver Luksic sowie die des Ministers für
Wirtschaft und Arbeit a. D., Dr. Hanspeter Georgi,
sehr gespannt.
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