Vor zwanzig Jahren, am 09. November 1989, fiel
der sog. „antifaschistische Schutzwall“
– so bezeichnete das DDR-Regime über
28 Jahre den Teil der innerdeutschen Grenze,
der als Berliner Mauer in die Geschichte einging.
Doch wen oder was schützte dieser „Schutzwall“?
Wie wir heute wissen, hatte die Führung
der DDR eine sehr zweifelhafte Vorstellung von
Schutz gegenüber dem eigenen Volke. Ein
Beispiel hierfür
ist die zentrale Untersuchungshaftanstalt der
Staatssicherheit der DDR in Berlin-Hohenschönhausen,
in der das Ministerium für Staatssicherheit
(MfS) seit 1951 politisch Verfolgte inhaftierte,
u. a. die Streikführer des
Aufstandes vom 17. Juni 1953 und bekannte Dissidenten
wie Rudolf Bahro, Jürgen Fuchs und Bärbel
Bohley.
Auf dem Gelände der früheren zentralen
Untersuchungshaftanstalt des MfS, die erst am
3. Oktober 1990 geschlossen wurde, befindet
sich seit 1994 eine Gedenkstätte. Hier
soll nicht nur die Geschichte der Haftanstalt
Hohenschönhausen erforscht werden, sondern
auch informiert und zur Auseinandersetzung mit
den Formen und Folgen politischer Verfolgung
und Unterdrückung in der kommunistischen
Diktatur angeregt werden. Vorsitzender des Fördervereins
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
e. V. ist Dr. Jörg Kürschner.
Er selbst war Insasse in Hohenschönhausen.
1979 wurde er am Grenzübergang Herleshausen/Wartha
wegen des Verdachts der Staatsfeindlichen Hetze
festgenommen. Der Inhaftierung lag der –
berechtigte - Vorwurf zugrunde, mehrfach Literatur
in die DDR
eingeführt und weitergegeben zu haben.
Er kam in die zentrale Untersuchungshaftanstalt,
wo er sechs Monate lang verhört wurde.
Im Juli 1980 verurteilte ihn das Bezirksgericht
Gera wegen „staatsfeindlicher Hetze“
zu fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis.
Ende 1981 erging der Ausweisungsbeschluss der
DDR aufgrund des Freikaufs durch die Bundesregierung.
20 Jahre Mauerfall – ein Anlass an die
Verfolgung Andersdenkender durch die Staatssicherheit
zu erinnern und sich kritisch mit der kommunistischen
Diktatur auseinander zu setzen.
Wir laden Sie deshalb zum Vortrag mit anschließender
Diskussion von Herrn Dr. Jörg Kürschner,
Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte
Berlin-Hohenschönhausen e. V., in die Villa
Lessing, ein.
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